Mich hat’s gelegt… auf ein Challange Hurricane

Challange HurricaneUnd wieder schlägt die bekannte Radfahrerformel n=n+1 zu.
Diesmal ist der Hintergrund, dass mein Rücken sich immer wieder meldet auf meinem täglichen Arbeitsweg.
Die täglichen 50km merke ich dann doch.
Ich hatte schon länger mit Liegerädern geliebäugelt, gerade auch wegen meinem Rücken. Diesmal war es der Anstoß sich ernsthaft nach einem umzusehen.
Hier in Deutschland ist auch ein gebrauchtes leider weit außerhalb meines Budgets. Also mal über die Grenze geschaut in die Niederlande. Und siehe da, bei unseren Nachbarn findet man Liegeräder zu ganz anderen Preisen als hier zu Lande.

Ich hatte einige Liegeräder in die engere Auswahl genommen, entschieden habe ich mich dann für ein Challange Hurricane mit Oberlenker.
Da meine Erfahrungen mir solchen Rädern gleich Null ist, habe ich logischer Weise noch keine Präferenzen was die Art der Lenkung, Sitz bzw Liegeposition und Laufradgröße angeht.
Nach Rücksprache mit einem Arbeitskollegen, der selber Liegerad fährt war mir aber klar, dass es keinen zu großen Radstand haben sollte.
Der Vorteil beim Hurricane ist, dass ich die Liege verstellen kann, und so bei Bedarf aufrechter liegen kann.
Vorbauerhöhung am Challange HurricaneDer Vorbesitzer hat den Knickmast etwas erhöht, er meinte damit lässt sich bequemer fahren. Da ich auch hier keinen Vergleich habe, lasse ich es erstmal so. Die Griffposition mit dem schmalen Lenker ist eh gewöhnungsbedürftig.
Das Liegerad hat eine alte Sram Spectro 3×7 Schaltung, wobei die Drei Gänge nicht über Kettenblätter vorn, sondern über eine Nabenschaltung realisiert wurden.
Das finde ich ein super System. Leider schaltet die Nabe derzeit nur den zweiten und dritten Gang, aber darum kümmere ich mich bei Zeiten noch.
Weiter ist vorn ein für ein Liegerad recht kleines Kettenblatt verbaut. Wenn ich etwas fitter auf dem Teil bin, und die Beine sich an die neue Belastung gewöhnt haben, werde ich hier auf jeden Fall etwas größeres Montieren, denke da schon an 60+ Zähne.
Zum Winter hin werde ich das Hurricane auf jeden Fall noch mit einen Nabendynamo und ordentlichen Licht ausstatten. Sehr wahrscheinlich werde ich mir wohl auch so einen Wimpel ans Rad bauen um besser gesehen zu werden. Ggf baue ich mir da aber selber etwas mit einer roten LED oben, damit das ganze auch im Dunkeln besser zu sehen ist.

Spannend war aber auch das Abholen des Rades.
Zu verkaufen war es in Winschoten, das sind von mir etwas über 200km. Eigentlich dachte ich, dass es schnell geht, eben vor der Haustür auf die A2, dann auf die A31 180km nach Norden, bei Rhede runter und noch ein kleines Stück über die Grenze, und das ganze an einem Sonntag Vormittag.
Schnell… denkste… Die deutschen Autobahnen machen echt keinen Spaß.
Kaum ist man auf der A31, darf man erstmal viele km mit 60km/h durch eine Baustelle schleichen… die Baustelle ist schon seit vielen Jahren da, und irgendwie tut sich da nichts. Hätte eigentlich gedacht, dass die schon lange weg sei, ich bin da vor etwas über zwei Jahren das letzte mal lang. Der Großteil der A31 ist dann auf Tempo 100 oder 120 begrenzt. Richtig nen Rappel hab ich dann aber an einer anderen Baustelle bekommen. Die Autobahn wurde dort von zwei- auf einspurig, Tempo 80 in der Baustelle. Das die Autofahrer hier einfach zu dumm sind für ein einfaches Reißverschlusssystem ist ja bekannt. Also staute sich der wenige Verkehr selbst ohne LKWs erstmal vor der Baustelle. Als ich dieses Nadelöhr passiert hatte, konnte ich kann langsam wieder beschleunigen… und dann?? Stillstand!!??!!
Hallo? Eine Baustelle über viele km, einfach nur stur mit 80km/h gerade aus. Da waren keine Auf- oder Abfahrten, kein Baustellenbetrieb, nichts. Ich habe keine Ahnung wieso um alles in der Welt es da plötzlich stand. Ich habe später auch kein Auto gesehen das liegen geblieben wäre oder so… nix.
Genau solche Augenblicke hasse ich, und ich merke dann immer wieso ich so ungern Auto fahre.
Unterm Strich habe ich dann gute 3 Stunden für die Strecke gebraucht. Drei Stunden für etwas über 200km auf der Autobahn.
Der Rückweg hatte dann zwar keinen Stau, aber besser war es auch nicht wirklich.

Dafür war der Herr von den ich das Hurricane gekauft habe sehr nett.
Er hat mir noch ein paar fast neue Fahrradschuhe angeboten, weil es mit Wendepedalen ausgestattet ist. Aber zum einen waren mir die Schuhe gute sechs Nummern zu klein, zum anderen habe ich ja Schuhe fürs SPD-System. Wir haben uns noch kurz unterhalten, auch gerade über Deutschland und die deutsche Autobahn.
er sagte, dass er Montag selber in den Urlaub fährt, mit dem Wohnmobil nach Kroatien, und sein Urlaub erst beginnt, wenn er aus Deutschland raus ist. Wenn es nicht so ein verdammt großer Umweg wäre, würde er lieber Richtung Süden durch die Niederlande, dann Benelux und über Frankreich. Vor allem könnte er da schneller fahren. Schon lustig, früher haben sich alle über die Höchstgeschwindigkeit auf Niederländischen Autobahnen geärgert, dass man da ja nur 120 km/h fahren darf, viele Niederländer mit schnellen Autos sind oft nach Deutschland gekommen, weil sie hier auf der Autobahn mal Gas geben konnten.. und heute?

Challange HurricaneWie dem auch sei, ich habe mein Liegerad für recht kleines Geld bekommen und bin damit zufrieden.
Die ersten Fahrversuche sind auch recht gut geglückt, man muss nur erstmal den Trick zum Losfahren drauf haben.
Alles andere wird sich dann mit der Zeit ergeben.

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