DSGVO und die private Webseite

Mahlzeit zusammen,

die meisten von euch werden wohl mitbekommen haben, dass am 25.5.2018 die „neue“ DSGVO final in Kraft tritt.
Neu schreibe ich deswegen, weil die Verordnung 2016 verabschiedet wurde, und jetzt lediglich die Übergangszeit abläuft, in der die Unternehmen ihre Webseiten umstellen konnten und die IT Sicherheit anzupassen. Dumm nur, dass es vorher kaum durch die Medien ging und so gerade kleine Unternehmen und Privatleute davon nichts mitbekommen haben.
Was Unternehmen angeht, wie diese was zu machen haben, darauf will ich hier nicht eingehen, dazu gibt es genügend Anleitungen im Netz, massig Bücher, und generell würde ich jedem eher Empfehlen, gerade wenn die Internetseite umfangreich ist und das Unternehmen mit vielen Daten arbeitet, sich für den Einzelfall von einem Fachanwalt beraten zu lassen.

Mir geht es hier um die ganzen privaten Webseiten. Um die privaten Blogger, die Bilderzeiger und Berichteschreiber, halt die ganzen Leute, die rein aus dem Hobby, oder rein als Hobby eine Webseite betreiben.
Ich möchte aber an dieser Stelle gleich darauf hinweisen, dass das hier geschriebene lediglich meine persönliche Meinung ist und keinerlei Rechtsberatung darstellen soll und auch nicht kann. Wieso werde ich gleich auch erläutern.

Das Hauptproblem sehe ich in den ganzen Hobbyjuristen, die irgendwas lesen, sich daraus eine Meinung bilden und diese dann auf ganz andere Fälle übertragen, vor allem wenn diese nicht einmal die originalen Texte gelesen haben.

Ich habe mich selber jetzt einige Zeit mit der DSGVO beschäftigt, aber weniger mit den zu treffenden Maßnahmen, sondern überwiegend mit zwei bestimmten Texten in der Verordnung.
Da wären zum einen:

§2.2.c
„Diese Verordnung findet keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten……durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ Quelle

und:

Erwägungsgrung 18
„Diese Verordnung gilt nicht für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die von einer natürlichen Person zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten und somit ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen wird. 2Als persönliche oder familiäre Tätigkeiten könnte auch das Führen eines Schriftverkehrs oder von Anschriftenverzeichnissen oder die Nutzung sozialer Netze und Online-Tätigkeiten im Rahmen solcher Tätigkeiten gelten. 3Diese Verordnung gilt jedoch für die Verantwortlichen oder Auftragsverarbeiter, die die Instrumente für die Verarbeitung personenbezogener Daten für solche persönlichen oder familiären Tätigkeiten bereitstellen.“ Quelle

Und wenn ich nach diesen Texten gehe, dann betrifft die DSGVO halt keine privaten Webseiten!
Aber wann ist eine Webseite eine private Webseite? Oft ließt man im Internet, dass dies nur der Fall wäre, wenn die Webseite nicht der Öffentlichkeit zugängig und durch ein Passwort geschützt wäre. Dem will ich hier aber widersprechen!
Vor dem Gesetzt geht es hier nicht darum, wer den Inhalt der Webseite sehen kann, sondern was der Inhalt der Webseite ist.
Jeder der auf seiner Webseite Werbebanner, affiliate Links, Partnerverträge etc… hat, also alles, was in irgendeiner Weise Gewinn erzielt, der hat keine rein private Webseite! Dann zählen auch regelmäßige journalistische Inhalte als nicht rein Privat (hier ist wohl gerade für Blogger das Eis sehr dünn), auch werbeähnliche Inhalte, also z.B. Produkttest mit entsprechender Verlinkung.
Also das Eis wird schnell für viele Blogger recht dünn, gerade für erfolgreiche Blogger, vor allem wenn diese dann noch privat in ihrem beruflichen Umfeld bloggen.
Hier muss jeder für sich entscheiden, oder aber eine Beratung von einem entsprechenden Fachanwalt einholen.

Für diesen Blog habe ich mich entschieden fast nichts zu machen.
Ich habe das Twitter-PlugIn auf der Startseite, Facebook Linkebutton und Teilenschaltflächen sind weg und ein paar weitere Plugins, welche nicht sichtbar gearbeitet haben deaktiviert bzw gelöscht.
Ich habe entsprechende Auftragsdatenverarbeitungsvertäge abgeschlossen (z.B. mit dem Serverbetreiber).
Links aus Partnerprogrammen nutze ich eh nicht, und mit Banner will ich hier niemanden belästigen. Und dem Inhalt des Blogs kann man wohl auch keine Gewinnerzielung nachsagen.
Was den Newsletter angeht, so muss ich mir noch etwas einfallen lassen, aber dieser hatte eh keine Reichweite.

Ich kann nur hoffen, dass weitere private Webseitenbetreiber ebenfalls schauen, ob und wenn ja wie weit man sich dem ganzen unterwerfen muss! Datenschutz ist gut und wichtig, keine Frage. Aber wenn man jeden kleinen Webseitenbetreiber so in die Pflicht nehmen will wie ein Globalplayer Unternehmen, dann würde das Internet wohl auf dem privaten Sektor schnell wieder aus komplett statischen Seiten ohne Interaktion bestehen, und ich glaube das wollen wir alle nicht.

In diesem Sinne…

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