Das Smartphone als Fahrradnavi – Bike Citizens

Wer sein Alltag mit dem Rad bestreitet wird sich hier und da auch mal ein Navi wünschen wie man es vom Auto gewohnt ist.
Lange Zeit habe ich auch hierfür mein altes Garmin eTrex genutzt. Das funktioniert, aber nicht so komfortabel wie man es von einem Navi gewohnt ist.
Nun gibt es ja einige Apps auf dem Markt, die da Abhilfe schaffen, eine davon ist Bike-Citizens.
Ende 2017 bin ich mit der App 903km geradelt und habe sie ausführlich getestet.

Navigationsansicht Bike-Citizens

Die Navigation mit Sprachansagen klappt recht gut. Hier und da gibt es schon mal kleine Patzer, die aber eher auf das Kartenmaterial von OSM zurück zu führen sind. So kommt schon mal die Ansage „zweite Links“ obwohl es eher die nächste wäre. Das liegt dann daran, dass manchmal Zufahrten oder so als eigene Straße gemappt wurden.
An einer großen Kreuzung in Dortmund, wo ich links musste sagte mir die App „rechts halten“. Erstmal war ich verwirrt und bin dann normal links abgebogen. Als ich ein andere mal über diese Kreuzung navigiert wurde, bin ich mal den Anweisungen gefolgt. Der Grund für das „rechts halten“ war der, dass auf der Karte am rechten Fahrbahnrand ein Radweg eingetragen war. Die App ließ mich als erstmal gerade aus die Kreuzung überqueren und dann weiter nach Links fahren. Also im Grunde richtig, denn die App versucht einen, wenn vorhanden, über Radwege zu navigieren, und da an besagter Kreuzung kein Radweg direkt nach Links führte ging es erst gerade aus, dann Links.
Besonders gefällt mir, dass man häufig Ansagen wie „nächste rechts, weiter auf Radspur“ oder wenn man den Radweg verlassen muss „…., weiter auf Straße“ bekommt. Den wie schon angemerkt, versucht die App einen auf Radwege zu navigieren solange diese im Kartenmaterial entsprechend hinterlegt sind.
Wenn man mal die vorgeschlagene Route verlässt aus welchen Grund auch immer, wird auch recht schnell eine neue Route nach der aktuellen Position erstellt. Das brauchte ich vor einigen Tagen als ich von Marl nach Selm musste. Ein Stück Straße wurde vor einiger Zeit als Kraftfahrstraße ausgeschrieben und ist somit nicht mehr als Radfahrer zu nutzen, da die neue Führung der Straße direkt auf die Autobahn geht (war da vor einiger Zeit auf jeden Fall noch anders).
Mittlerweile nutze ich die Navigation auch öfters mal auf Strecken von 10km+ die ich eigentlich kenne. Oft findet man so interessante Alternativen zu den Wegen, die man sonst so nutzt.
Für die Navigation kann man zwischen drei Profilen wählen. „Schnell“, „Normal“ und „Gemütlich“.

Berechnete Route in Bike-Citizens

Die Einstellung Schnell sucht einem halt den schnellsten Weg zum Ziel, hier werden auch stark befahrene Hauptstraßen und so mit einbezogen.
Normal unterscheidet sich hier bei uns oft nicht viel von Schnell, aber man wird hier und da schon mehr über Nebenstraßen geführt.
Gemütlich sucht einem einen Weg möglichst durch schöne Gegenden. Hier sieht man schon einen deutlichen Unterschied zu Schnell, hat aber halt auch manchmal deutlich längere Wege.

Das Farbschema des Navigationsbildschrim ist auch gut gewählt und bleibt immer übersichtlich. Die wichtigsten Daten hat man immer im Blick.

Meine Headmap von Test 2017

Wie schon angemerkt kann man aber auch die App einfach zum aufzeichnen der gefahrenen Strecke nutzen. Die App erstellt aus diesen und den Navigierten Strecken kann Headmaps, unterteilt in Täglich, Wöchentlich, Monatlich, Jährlich und gesamt mit den Angaben der gefahrenen km und die Anzahl der Stecken.
Will man diese Map auf dem Rechner haben, so kann man sie über den Teilenbutton z.B. in seiner Google.Drive speichern, per Mail verschicken oder auf einen der anderen Wege.
Ich schreibe dass nur, weil auf der Homepage im Profil die Headmap etwas komisch dargestellt wird. Einige Nutzer der App machen ein Screenshot dem Smartphone, aber da ist die Auflösung natürlich meist nicht so doll. Auch auf der Feedback Seite des Herstellers melden sich immer wieder Leute, welche die Headmap gerne in besserer Qualität auf dem Rechner hätten.
Diese Headmap ist ehrlich gesagt an der App mein liebstes Spielzeug. Aber ich war schon immer so ein Trackaufzeichner, ob nun beim Radfahren, Joggen oder Wandern, nichts davon mache ich ohne GPS.
Wer seine Aufzeichnungen gerne für etwas anderes als .gpx Dateien braucht/möchte,

Tracklist in Bike-Citizens

kann diese auch einzeln exportieren. Ich nutzt auch hierfür die Google.Dive. Einfach die gewünschten Tracks auswählen und dann exprotieren. Die App erstellt dann eine .zip Datei mit allen ausgewählten Tracks. Wenn ich das richtig beobachtet habe, dann gehen wohl maximal 160 Tracks in eine Datei, dann kann man nicht mehr auswählen. Wer also schon mehr als 160 Aufzeichnungen hat (so wie ich es hatte bei dem Test) muss halt entsprechend mehrere .zip Dateien erstellen lassen.
Die Datei hat dann aber auch im Namen das aktuelle Datum und die Uhrzeit, dass ist gut wenn man später die nächsten Tracks exportieren möchte, so sieht man am Dateinamen genau bis wann man schon seine Dateien gesichert hat.

Übersicht Ruhrgebiet in der Bike-Citizens App

Bei all dem Lob hat die App aber auch einen kleinen Nachteil, je nachdem in wo man Wohnt. Denn die Karten sind nicht komplett flächendeckend. Aktuell gibt es Weltweit über 450 Städte/Regionen für die App. Und auch hier muss man schauen, ob man die eigene Stadt wählt oder ob es wie in meinem Fall gleich die ganze Region gibt.
Castrop-Rauxel z.B. liegt im Kreis Recklinghausen, wird aber zum Großteil in der Karte von Dortmund abgedeckt. Nun bin ich aber neben Castrop-Rauxel auch oft in Dortmund, Lünen, Waltrop, Recklinghausen, Bochum und so unterwegs. Und hier ist es sehr gut, dass es auch die Karte Ruhrgebiet gibt. Diese reicht von Dülmen im Münsterland bis Brackenfeld im Bergischland und von Lippetal im Kreis Soest bis hinter Xanten am Niederrhein.
Eine Übersicht kann man auf der Städteseite von Bike-Citizens sehen.

Übrigens, die App gehört mehr oder weniger zur FINN Smartphonehalterung welche ich übrigens auch sehr empfehlen kann.
App und Halterung sind von der selben Firma, und beim Kauf der Halterung bekommt man einen Gutschein für eine Karte für die App.
Finn nutze ich schon lange an meinen Fahrrädern weil die Halterung gerade als Immerdabei sehr praktisch ist, das Smartphone sicher am Lenker (oder sonstwo) hält und bei mir auch dicke Minusgrade und brennenden Sonnenschein ohne Probleme überstanden hat.
Aber zu dem Thema werde ich in naher Zukunft noch was schreiben, denn ich habe mir die Tage noch eine andere Halterung angeschafft, welche aber im Grunde einen etwas anderen Einsatzzweck hat.

 

4 thoughts on “Das Smartphone als Fahrradnavi – Bike Citizens

  1. Aber ich war schon immer so ein Trackaufzeichner, ob nun beim Radfahren, Joggen oder Wandern, nichts davon mache ich ohne GPS.

    Mir ist das schon vom Grundsatz her suspekt, alles zu tracken. Ich habe nicht mal ein Tacho am Rad. Mal ganz abgesehen davon, dass solche Profile nur Begehrlichkeiten wecken.

    Und dann auch noch in der Cloud. Erst recht suspekt.

    1. Kann ich verstehen und nachvollziehen.
      Die Sache mit dem Datenschutz, dass man nicht unbedingt jeder möchte, dass irgendwelche Dienste wissen wann ich genau wo war.
      Ich bin da ehrlich gesagt nicht so zimperlich, allein schon mein Handy mit Android spioniert durch die Google Dienste genug von mir aus, dann müsste ich auch da alles mögliche abstellen, wobei ich die Dienste durchaus auch zu schätzen weiß. Daher ist das für mich ein Geben und ein Nehmen.
      Aber dass muss jeder für sich selber entscheiden.

        1. Auf nen Tacho möchte ich nicht verzichten. Aber eher weil ich wissen möchte wie lange welches Verschleißteil gehalten hat. Und unterwegs interessiert mich am meisten die Uhrzeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.